Schufa bei Postbank

Die Schufa bei der Postbank

Kann ein Geschäftskonto auch ohne SCHUFA-Abfrage eröffnet werden? Schufa-Löschung: Postbank muss Eintragungen entfernen Bekanntlich macht die Postbank AG viele Schufa-Negativmeldungen. Das belegt auch ein anderer Rechtsstreit, der zunächst das Landesgericht Berlin und dann das Landesgericht Frankfurt (Main) betraf. Die Anwälte wurden von einem verheirateten Brautpaar kontaktiert, das einen jungen Mann geheiratet hatte und über zweifelhafte Fremdkreditvermittler ein Kredit von 10.000,00 EUR bei der Postbank in Anspruch genommen hatte.

Die Ehepartner hatten, wie sich im Laufe der Ermittlungen des Anwalts zeigte, auf Betrügereien gesetzt. Obwohl sie das Darlehen für sie arrangiert hatten, hatten sie nur etwa die Hälfe des Darlehens an die Ehepartner ausgezahlt. Dabei hat die Postbank sehr irritiert reagiert und gegen die Ehepartner ein Strafverfahren eingeleitet. Allerdings wurde das gegen die Ehegatten eingeleitete Vertragsverletzungsverfahren gemäß 153 StPO am 20. Januar 2011 ausgesetzt.

Zusätzlich zur Strafanzeigen hat die Postbank auch negative Einträge zu den Ehepartnern und den von ihnen bei der Schufa beantragte Kreditverträgen vorgenommen. Mit Unterstützung der Anwaltskanzlei Dr. Schulte und Partnerschaft haben sich die Ehepartner mit einem Rechtsstreit dagegen gewehrt. Darauf hat die Postbank nicht mehr geantwortet, vermutlich weil die Ehepartner den Darlehensvertrag nicht selbst unterzeichnet hatten und nur einen Teil des Darlehens bereitstellen.

Daher hat das Landesgericht Frankfurt (Main) in der Rechtssache 2-07 O 249/11 ein Mahnbescheid gegen die Postbank erlassen, in dem die Postbank zum Widerruf der negativen Angaben zu den Ehepartnern aufgefordert wurde. Darüber hinaus wurde die Postbank angewiesen, die Schufa Holdinggesellschaft AG darüber zu informieren, dass sie die Werte so rekonstruieren soll, als ob die Schufa-Negativbuchungen nicht vorhanden gewesen wären.

Das versäumte Urteil kann mit einer Berufung angefochten werden. Ob die Postbank diesen Einspruch einreichen wird, ist noch offen. Sven Tintemann, Anwalt und spezialisierter Anwalt für Bank- und Finanzmarktrecht, kommentiert das Verfahren: "Das Vorgehen war sicher recht unüblich und in seiner Art untypisch. Daraus geht jedoch hervor, dass selbst wenn die zuständigen Behörden hier mit einer strafrechtlichen Anzeige bedroht sind, eine Schufa-Negativbuchung nicht zu rechtfertigen ist.

Unter keinen Umständen sollten Investoren den Blick in den Wind schlagen, aber in jedem Falle bei fragwürdiger Schufa sollten sich negative Einträge zu einem darauf spezialisierten Anwalt umdrehen.

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