Postbank Gebührenfrei

Die Postbank gebührenfrei

Im Lieferumfang ist eine Postbank EC-Karte enthalten, mit der Sie an allen CashGroup-Automaten kostenlos Geld abheben können. Seit letztem Jahr ist es für mich eine Gebühr. Kontoführungsgebühren: Bänke stoppen die freie Kultur - Ökonomie

Zahlreiche Spar- und Bankinstitute heben aktuell ihre Tarife an. Als einziges großes Geldinstitut führte die Postbank die Gebühr wieder ein, nachdem die Depots bisher für nahezu alle Kundinnen und Kunden kostenlos waren. Es war für die Postbank ein mutiges Experiment: Nach 20 Jahren freier Kultur führte das in Bonn ansässige Geld-haus im vergangenen Monat des Monats April die Gebühr für die Kontoführung ein.

Der Großteil der mehr als fünf Mio. Privatpersonen muss nun erstmalig für ihr laufendes Geschäft auszahlen: Die meisten der mehr als fünf Mio. Privatpersonen müssen nun erstmalig unmittelbar für ihr laufendes Bankkonto bezahlen: Der Rechnungsbetrag liegt zwischen 1,90 EUR pro Monat für ein rein online genutztes Benutzerkonto und 9,90 EUR für ein Benutzerkonto mit allen Arten von Zusatzleistungen. Zahlreiche Spar- und Bankinstitute heben aktuell ihre Tarife an. Als einziges großes Finanzinstitut führte die Postbank jedoch wieder eine Gebühr ein, nachdem die Kontos bisher für nahezu alle Bankkunden kostenlos waren.

Wöchentlich vorher wurden die Mitarbeitenden eröffnet, dann bekamen die Kundinnen und kunden Brief mit exakten Erläuterungen. In jedem Fall ist Susanne Klöß, die verantwortliche Vorstandsmitglied der Postbank, mit der bisher gesammelten Erfahrung der Postbank einverstanden. Da die neuen Tarife weitgehend angenommen wurden, verstanden die Verbraucher die Massnahme. Aber keineswegs alle: Laut Klöß kündigen fast 4,5 Prozentpunkte der Kundschaft, in Absolutwerten also rund 230.000. Gleichzeitig könnten 130.000 und damit mehr Neukunden als zu Normalzeiten gewonnen werden, ohne dass die Hausbank Wechselprämie ausgeschrieben oder das neue Kontenmodell vermarktet hätte.

Es war nicht möglich zu beurteilen, zu welchen Instituten die Mehrheit der Kundinnen und Endkunden umgestiegen war. Aber natürlich haben auch andere - die direkten Bänke - von der Gebührenentscheidung der Postbank durchgesetzt. "Viele Postbank-Anwender sind in letzter Zeit zu uns gekommen", sagte ING-Diba CEO Roland Boekhout Anfang Januar und fügte noch eine Sache hinzu: Dabei profitierte sein Hause davon, dass "andere Kreditinstitute sich bei den Verbrauchern weniger populär gemacht hatten".

Das bestreitet Postbank-Vorstandsmitglied Dumpling nicht. Die Mehrheit der Kundinnen und Kundschaft, die die Hausbank verlor, habe ihr Bankkonto nicht tatkräftig ausgenutzt. Unter ihnen waren auch Billigjäger, die nur wegen der hohen Beiträge zur Kasse kamen. Erst im Jahr 2015 hatte die Postbank mit einem Bonus von 250 EUR neue Kundinnen und Servicekunden gewonnen. Aber warum wollen viele Kreditinstitute denn nicht auf einmal die Kundschaft aus dem Weg räumen, nur weil sie ihr Bankkonto nicht zumindest als Lohnkonto ausnutzen?

Und wenn eine Hausbank wie die Postbank viele überzählige Einlagen hat, dann ist es auch teuer, sie bei der Notenbank aufzuladen. Deshalb wollen viele Kreditinstitute diese Aufwendungen an ihre Kundinnen und Servicekunden weitergeben. Jeder, der wie die Postbank mehrere tausend Menschen zählt, hat eine große Hebelwirkung, jedenfalls solange es nicht zu viele gewinnbringende, d.h. "aktive" Menschen gibt.

Wenn es der Postbank gelingen würde, im Durchschnitt nur 20 EUR pro Jahr und mehr als ein Jahr zu verdienen, wäre dies ein zusätzliches Einkommen von rund 100 Mio. EUR - bei kaum Mehrkosten. Die vereinnahmten Gebühren - im Fachjargon wird dies als Provisionserträge bezeichnet - werden daher als das bessere Bankergebnis angesehen. Genauso lästig wie für die Kunden:

Obwohl Klöß nicht sagt, wie hoch das Zusatzeinkommen bei der Postbank sein wird, würden die neuen Honorare "der Hausbank 2017 definitiv eine Steigerung der Erträge bringen". Darüber wird sich auch der Eigentümer, die Dt. Bundesbank, der die Tochtergesellschaft seit knapp zwei Jahren veräußern wollte, erfreuen. Über 70 Prozentpunkte der Kundschaft hatten sich für die Mitte von drei Kontenmodellen entschlossen, für die sie 3,90 EUR zahlten.

Auf die billigeren und teureren Konten wurden die anderen Kundinnen und Servicekunden verteilt, so dass die Auszubildenden das billigere Onlinekonto weiter kostenlos benutzen konnten - hier musste die Postbank Verbesserungen vornehmen, weil es sonst zu viele Studierende abgehalten hätte. Außerdem will die Hausbank hohe Verdienstmöglichkeiten erhalten: Für das kostspielige Bankkonto müssen sie nicht bezahlen, denn die Hausbank hofft, von ihnen zusätzliche Einnahmen zu erhalten, zum Beispiel durch den Kauf von Wertpapieren.

Klöß ist davon Ã?berzeugt, dass die Postbank keine groÃ?en Entlassungswellen mehr vorfinden wird. Der Großteil der Kundschaft hat die grundsätzliche Entscheidung getroffen, zu Hause zu sein. Institutionen wie die Postbank werden durch die Gewohnheiten ihrer Kundschaft unterstützt: Dreiviertel aller Deutschen haben trotz der neuen Kontowechsel-Apps ihr Konto bei der Hausbank, wo sie es immer hatten, so eine aktuelle Untersuchung des digitalen Verbandes Bitkom.

Nach seiner Einschätzung werden die Direct Banks damit ihre Marktstellung weiter ausbauen können - auf Kosten der Postbank und der Sparbanken.

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