Notleidende Kredite

Problemkredite

Leitfaden der EZB für die Verwaltung notleidender Kredite. Hintergründe Mit den Vorlagen werden die Bedingungen dafür geschaffen, dass Geschäfte mit Non-Performing Loans in der EU durchgeführt werden können. Eine breite Verwendung der Vorlagen sollte zu einer Erweiterung der Anlegerbasis, niedrigeren Eintrittsbarrieren für potentielle Investoren, einer Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit der Daten, einer Vereinfachung der Preisgestaltung und einer Stärkung der Erschließung von Sekundärmärkten für NPL beizutragen.

Das EBA bietet diese Vorlagen an, damit Kreditinstitute Anlegern und anderen interessierten Parteien vergleichbare in standardisierter Form vorliegende Angaben über notleidende Kredite zur Verfugung stehen können. Diese sollten als Marktstandard für NPL-Transaktionen fungieren und die Basis für sekundäre Marktinitiativen in diesem Zusammenhang bilden. Die NPL-Vorlagen der EBA sollen Angaben auf der Ebene der einzelnen Darlehen enthalten, einschließlich Angaben zu den Kontrahenten des Darlehens und den zugrunde liegenden Sicherheiten. Darin enthalten sind.

Dadurch wird eine größtmögliche Informationsgranularität sichergestellt. Diese Vorlagen basieren auf dem vorhandenen Berichtswesen, um die Umsetzungskosten für die Kreditinstitute zu senken. Eine Übersichtsvorlage steht auch für die vorläufige Bewertung von Portfolios zur Verfügun.... Die Fertigstellung der Vorlagen basierte auf dem Rückmeldungen von Marktakteuren, kompetenten Fachbehörden und EU-Institutionen.

Beispielsweise hat die EBA verschiedene Datenbankfelder nach der Wichtigkeit der Daten für Bewertungs- und Financial Due Diligence-Prüfungen priorisiert. Die EBA reagiert mit den NPL-Vorlagen auf eine Anfrage der EPA und des Vereins. Die Vizepräsidentin der Europäische Kommisson hat die EBA am 28. Mai 2017 aufgefordert, Datenvorlagen zu entwickeln, um Informationsasymmetrien zwischen potentiellen Kaufinteressenten und Anbietern von notleidenden Krediten zu reduzieren und so zur Entstehung eines intakten Sekundärmarktes in der EU beizutragen.

Darüber hinaus wurde die EBA in den Schlussfolgerungen der Tagung des Europarates vom 12. Juni 2017 beauftragt, Vorlagen für Kreditinstitute zu erstellen, die konkrete detaillierte Informationen enthalten, die die Kreditinstitute über ihre Bonitätsrisiken im Bankbuch erfassen müssen.

Monatsreport des BMF Dez. 2017

In Folge der Finanzmarktkrise ist die Zahl der Not leidenden Kredite in den Bankbilanzen einiger osteuropäischer Kreditinstitute stark gestiegen. Problemkredite gefährden nach wie vor die Stabilisierung des europaeischen Finanzsystems und behindern die Konjunkturerholung in einigen Laendern. Daher verabschiedete der ECOFIN-Rat im Juni 2017 einen Aktionsplan, der die Reduzierung notleidender Kredite fördern soll und dessen kohärente Durchführung nun notwendig ist.

In ihrer neuesten Bewertung der Risikosituation des EU-Banksystems1 erkennt die European Banking Authority (EBA) den Fortschritt bei der Reduzierung von Non-Performing Loans (NPLs). Zugleich weist die EBA jedoch darauf hin, dass das nach wie vor in hohem Maße notleidende Kredite in einigen Mitgliedsstaaten der EU eine bedeutende Gefahrenquelle bleibt.

Im Prinzip sind Bonitätsverschlechterungen oder Ausfälle übliche Komponenten und Risken des Bankgeschäftes. Eine Zunahme der Not leidenden Kredite im Gefolge von Wirtschaftskrisen ist ebenfalls nicht unüblich. Allerdings leidet eine Reihe europäischer Kreditinstitute nach wie vor stark unter den Auswirkungen der Finanzmarktkrise und zögert, ihr hohes Niveau an Not leidenden Darlehen zu reduzieren.

Not leidende Kredite beeinträchtigen in erster Linie die Rentabilität der betreffenden Institute, können sich aber auch zu einem Risikopotenzial für die Stabilität der Finanzmärkte und ein langsames Wirtschaftswachstum ausweiten. Für den Fall von Not leidenden Forderungen gibt es jedoch kein Patentverfahren, da die Gründe sehr unterschiedlich sind. Der Rat (Wirtschaft und Finanzen) wies bereits auf die Tragweite des Problems der Not leidenden Kredite im Rahmen des "Fahrplans" für die Fertigstellung der Bankunion im Juni 2016 hin. In diesem Zusammenhang wies er auf die Tragweite des Problems hin.

Der ECOFIN-Rat verabschiedete im Juni 2017 auch ein umfassendes Paket von Maßnahmen zur Reduzierung von Not leidenden Ausleihungen. Diese Maßnahmen sind auf unterschiedliche Gründe ausgerichtet. Als Aufsichtsbehörde der großen EU-Institutionen erarbeitet die EZB auch Richtlinien für den Handel mit Not leidenden Anleihen. Die EBA definiert Kredite als ertragslos, wenn Zins- oder Kapitalzahlungen seit mehr als 90 Tagen in Rückstand sind oder wenn es Hinweise auf einen drohenden Zahlungsausfall gibt.

Gerade in Krisensituationen erhöht sich die Chance, dass Darlehensnehmer ihren Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur in begrenztem Umfang gerecht werden können. Das heißt für den Darlehensgeber, dass er eine gewisse Chance hat, in Zukunft Gewinne zu erzielen - auch wenn es natürlich die Chance gibt, dass der Darlehensnehmer "einzieht" und wieder liquide wird. Während der Finanzmarktkrise gerieten viele Debitoren in Zahlungsunfähigkeiten, wodurch das Volumen der NPL in den EU-Bilanzen stark anstieg.

In den USA zum Beispiel wurde der Bestand an "faulen" Krediten systematisch reduziert, während einige in Europa ansässige Kreditinstitute immer noch schwer getroffen sind. Dem EBA zufolge werden in der EU notleidende Kredite in einer Gesamthöhe von 893 Mrd. als 893 Mrd. EUR klassifiziert, was einem Prozentsatz von 4,5 % am Gesamtkreditvolumen (NPL-Quote)2 entsprich. Obwohl in den meisten Ländern Europas ein abnehmender Tendenz festzustellen ist, sind die Volumen im bisherigen Sprachgebrauch nach wie vor eindeutig zu hoch.

Bei den Kontingenten bestehen zwischen den verschiedenen Mitgliedsstaaten der EU erhebliche Unterschiede. So haben einige Banksektoren zum Beispiel einen NPL-Wert von fast 50 Prozent, während andere Mitgliedsstaaten anscheinend überhaupt nicht davon berührt sind. Die Bundesrepublik lag mit einer NOx-Quote von derzeit 2,2 Prozent weit unter dem europaweiten Vorbild. Grafik 1 verdeutlicht den Prozentsatz der notleidenden Kredite am Gesamtkreditvolumen in den verschiedenen osteuropäischen Staaten.

Ein hohes Niveau an Not leidenden Darlehen stellt in erster Linie und vor allem eine beträchtliche Last für die Kreditanstalten selbst dar, kann sich aber auch zu einem Risiko auf System- und Realwirtschaftsebene ausweiten. Institute, deren Bilanz mit Ausfallrisikopositionen beladen ist, werden über verschiedene Wege beeinträchtigt: Non-Performing Loans verbrauchen Eigenkapital, das nicht für andere, vielleicht rentablere Anlagen zur Verfugung gestellt werden kann.

Dies kann zu einer begrenzten Ausleihung an die Wirtschaft führen. Volkswirte spricht in diesem Kontext von einer ungünstigen Ressourcennutzung, die die Rentabilität der betreffenden Institute belasten und das Wirtschaftswachstum dämpfen kann. Darüber hinaus ist die Administration von notleidenden Darlehen wesentlich komplexer als bei "normalen" Darlehen.

Es ist auch unübersehbar, dass die schwachen Bilanzpositionen die Umfinanzierungskosten der Institutionen am Kapitalmarkt in die Höhe treiben können und die Krisenanfälligkeit der Kreditinstitute erheblich steigern. Letztendlich können Kredite mit Ausfallrisiko systemrelevante Kreditinstitute oder ganze Banksysteme in eine prekäre Lage versetzen und damit ein beträchtliches Restrisiko für die Stabilität der Finanzmärkte bedeuten. Es zeigt sich, dass eine dauerhafte Anpassung der Bankbilanzen der betreffenden Kreditinstitute absolut notwendig ist, um die oben beschriebenen Einzelbelastungen zu verringern und zugleich die Belastbarkeit des gesamten EU-Banksystems zu verbessern.

Ziel der Bankunion ist es, die Bankenaufsicht zu vereinen und zu stärken, die Finanzmarktstabilität zu stärken und die engen Verbindungen zwischen den Schulden des Finanzsektors und der Regierungen zu lösen, die die Krise in der vergangenen Zeit noch verschärft haben. Schaubild 1 verdeutlicht, dass notleidende Kredite in einigen osteuropäischen Märkten nach wie vor ein großes Hindernis sind, während die Banksysteme in anderen Märkten kaum beeinträchtigt zu sein scheinen. Im Gegensatz dazu sind die notleidenden Kredite in anderen Län -dern immer noch ein großes Wachstum.

Bei Wirtschaftskrisen oder Wachstumsschwächen können sich Betriebe und private Haushalten immer häufiger in finanziellen Schwierigkeiten befinden und ihre Kredite nicht mehr auszahlen. Daraus ergibt sich zum Teil, warum vor allem in krisenbetroffenen Staaten ein großes NPL-Aufkommen besteht. Darüber hinaus können auch institutsspezifische Faktoren eine große Bedeutung haben und bis zu einem bestimmten Grad sowohl den Anstieg als auch die Zurückhaltung bei der Reduzierung von notleidenden Forderungen aufzeigen.

Lockere Kreditstandards können zu einer Erhöhung der Kreditvergabe an Firmen oder Menschen mit schlechten Bonitäten in der Folge kommen. Natürlich ist die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Schuldner in Zahlungsprobleme natürlich größer als bei guter Kreditwürdigkeit. Ein wesentlicher Faktor für den langsamen Rückgang der notleidenden Kredite ist der hohe Anreiz, die Erfassung von Verlusten oder Risikovorsorgen zu verzögern.

Einige Kreditinstitute zögern, Kredite abzubuchen oder angemessene Risikovorsorgen zu treffen. Vielfach besteht die dominante Erwartung, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen ausreichend bessern und die Schuldner wieder in der Möglichkeit sein werden, ihre Kredite zu tilgen. Aus der Vielfalt der Ursachen für die nach wie vor hohen Niveaus notleidender Kredite in einigen EUMitgliedstaaten geht hervor, dass es keine Patentrezepte zur Bewältigung dieses komplizierten Themas gibt.

Daher verabschiedete der ECOFIN-Rat im Jahr 2017 einen Aktionsplan4 mit verschiedenen Massnahmen, die darauf abzielen, verschiedene Gründe anzugehen und so die konsequente und nachhaltige Reduzierung von notleidenden Darlehen zu fördern. Die EZB ist auch in diesem Bereich aktiv und setzt sich dafür ein, dass die Kreditinstitute die NPL-Risiken besser absichern können. Darüber hinaus beinhaltet der ECOFIN-Aktionsplan eine Reihe von Instrumenten zur Unterstützung der Entwicklung des Sekundärmarktes für notleidende Kredite und zur Bewältigung des Problems der ineffizienten Insolvenzverfahren in einigen EU-Mitgliedstaaten.

Es ist auch von entscheidender Bedeutung, dass bei der Reduzierung der notleidenden Kredite wirklich erhebliche Erfolge zu verzeichnen sind. Die Dynamik des derzeit günstigen wirtschaftlichen Umfelds sollte dazu genutzt werden, die Belastbarkeit des gesamten Systems der Banken in Europa langfristig zu verbessern.

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