Flightright Erfahrungen

Fluchterfahrungen

Flugrecht: Start-up kompensiert Fluggäste für Verzögerungen bei Flugreisen Bei Flighright war der Hintergrund der Ideen jedoch nicht eine urgemütliche Kneipe oder ein angesagtes Cafe in Berlin Mittel - die Ideen kamen dem heutigen Juristen Philipp Kadelbach im Rummel zwischen Gericht und Flughafen und einem sehr bedeutsamen Priestertermin. Die Kadelbacher hatten im Laufe des Monats April 2009 einen Flugzeug mit einer Billigfluggesellschaft für eine Gerichtsverhandlung in den Niederlanden gebuch.

"â??Ich bin um kurz vor acht am Flugplatz Berlin-Tegel angekommen - und dann ist plötzlich niemand daâ??, beschreibt Gernot Hacker seinen Erfahrungsbericht. "Es ist toll, dass ich es bereits erfahren habe", sagt er, der informiert wird, dass er statt dessen um elf Uhr mit KLM fliegt. Er ist Katholik, seine Braut nicht.

"â??Ich hatte groÃ?en Wert auf diesen Terminkalender und wollte absolut pÃ?nktlich seinâ??, weiÃ? Kadelbach. "Kadelbach hat aus eigener Initiative einen 300 Euro teuren Ersatzflug bei KLM gebucht und damit die Verzögerung auf 15 min begrenzt: "Der Priester hat sein Einverständnis erteilt. Die Erfahrung machte Kadelbach auf die EU-Passagierverordnung aufmerksam, die die Entschädigung für solche Fallbeispiele reguliert.

"Das wusste ich aus dem deutschsprachigen Recht überhaupt nicht", sagt er. Seine Vermutung, dass es als Einzelperson schwierig sein würde, die Klagen geltend zu machen, wurde umgehend bestätigt: Die Airline schob den Fall auf, indem sie sagte, sie würde ihn in sechs bis acht Schwangerschaftswochen kontaktieren - "dann kam nie etwas zurück". Seine Erfahrung ist nicht einzigartig.

Airlines machen es den Passagieren gern unangenehm, sich zurechtzufinden. Sie leugnen in vielen Faellen, dass sie zur Entschaedigung gezwungen sind - und nicht wenige Passagiere scheuten das rechtliche Einleitungsrisiko. Deshalb haben Kadelbach und ein befreundeter Mitarbeiter die Möglichkeit entwickelt, den Passagieren per Knopfdruck zu helfen, ihre Rechte durchzusetzen.

Gemeinsam mit einem Bekannten hat Kadelbach die erste Webseite erstellt. Eine andere Freundin plante die Anlage für 5000 EUR. Die Fertigstellung des Projekts erfolgte im Feber 2010 - wenig später verursachte die Aschenwolke des Isländervulkans Eyjafjallajökull eine Vielzahl von Flugausfällen und die Webseite erfuhr ihren ersten Aufschwung. Außerordentliche Ereignisse", wie die Rechtsprechung sagt - wie eine Aschenwolke oder ein Schlag - sind in diesem Zusammenhang Fälle, in denen die Airlines nicht bezahlen müssen.

Der Grundsatz des Online-Portals heute: Der Kunde gibt seine Flurnummer, seine Airline und sein Flugdatum ein - das Unternehmen gibt ihm den zu erwartenden Kompensationsbetrag aus. Bevollmächtigt der Passagier Flighright zur Durchsetzung der Forderungen gegen die Airline, so tritt er im Falle eines Erfolges 25 Prozentpunkte der Entschädigungszahlung zuzüglich Umsatzsteuer an Flighright ab, muss sich aber um nichts im Gegenzug sorgen.

Steht die Airline im Weg, verklagt der Käufer die Airline, und Flighight übernimmt alle anfallenden Gebühren - auch wenn sie untergeht. Allerdings hätten in 95 Prozentpunkten der Klagefälle die Mandanten gewonnen, sagt Kadelbach. Airlines und Flugrechte bekämpfen sich seit der Unternehmensgründung - zunächst vor allem vor dem Gerichtssaal.

In der Zwischenzeit war die Nutzungslizenz für die Flugeldatenbank, mit der Flightright seinen Vergütungsrechner anbietet, von Flightright nicht mehr vorhanden. In Summe hat Flightright rund 3.500 Klagen eingereicht. "Seit zwei Jahren war es, als ob wir die ganze Zeit den Gipfel hinauflaufen würden", schildert Kadelbach den Widerstand und die Misere in der Gründerphase. "Einige Fluggesellschaften wie Air Berlin sprechen heute noch nicht mit uns", sagt Kadelbach.

Auch viele Airlines würden Fakten einfach leugnen. Nicht zufrieden sind die Airlines mit dem GeschÃ?ftsmodell von Kadelbach und seinen Mitstreiterinnen. Dies sollte aus unserer Sicht jedoch kein Provisionsmodell beinhalten. Durch die Vertragsanwälte von Flighright ist das Untenehmen jedoch "kontinuierlich im Gespräch und Dialog".

Eine Sprecherin der Airline von Condor sagte, das Unternehmen habe es sich zum Hauptziel gesetzt, "unseren Passagieren einen Rundum-Service zu bieten, der die Entwicklung von Geschäftsmodellen wie Flightright von vornherein verhindert. Aber anscheinend gab es genug unbefriedigte Menschen, die das Business-Modell weiterentwickeln konnten. Seither musste die Anklage viel weniger häufig eingereicht werden, sagt der Gründer des Flugrechtes.

Aufgrund des Geschäftsmodells von Fluchtrecht, nur im Falle eines Erfolgs Gelder zu bekommen, mussten die Firmengründer des Potsdam-Unternehmens alle Prozesskosten lange Zeit im privaten Bereich vefinanzieren. Damit ist es nun zu Ende, denn der Frühphasenfonds Brandenburg und die Freundin des IT-Unternehmens, die die erste Webseite programmiert hat, sind dem Start-up beigetreten. Der Standort ist größer geworden, hat laut Kadelbach rund 18 Beschäftigte und ist profitabel.

"â??Ein wichtiger Schritt war zum Beispiel eine Entscheidung, nach der auch die Airlines fÃ?r die technischen MÃ??ngel verantwortlich sindâ??, sagt der Flugrechtler. Kadelbach sagt, dass der Durchschnittspreis pro Case bei Flightright bisher 560 EUR für Verbraucher betrug. "Mittlerweile ist Flightright auch in den nordischen Staaten vertreten, und der nächste Schritt ist die Erweiterung nach Frankreich, England, Spanien und Italien.

Das Leitbild: Kadelbach will der "Henry Ford der Rechten" werden. Genauso wie der Ford-Gründer erschwingliche Automobile für jedermann möglich machte, weil er sie massiv produzierte, sollte jeder in der Lage sein, mit Kadelbach seinen eigenen Weg zu gehen.

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